Holger Merlitz

Der Astro-Markt der 1980er Jahre

Der Astro-Markt der 1980er Jahre



Auf dem Dachboden fand ich kürzlich einige uralte Kataloge, die eventuell noch von Interesse sein könnten. Ich habe sie deshalb gescannt, damit das inzwischen schon vergilbte Material nicht in den Abgründen der Geschichte versandet.

Etwas zum persönlichen Hintergrund: Für mich begann alles am Heiligabend 1976, an dem meine weisen Eltern mir ein kleines Tischteleskop, ein Revue 30x60, schenkten. In den Himmel gerichtet, zeigte das kleine Biest zahllose Krater des Mondes, Jupiter mit den vier Galileischen Monden sowie Wolkenstreifen, die Saturnringe und die Phasen der Venus. Der Astrovirus begann sich in mir auszubreiten.

1979 zogen wir aus der Innenstadt in das eigene Haus am Rande der Stadt. Hier gab es über dem eigenen Garten auch einen dunklen Himmel. Es war somit klar, dass ein neues, größeres Teleskop angeschafft werden musste. Ab 1980 begann ich daher, mich auf dem Astromarkt umzuschauen, und aus dieser Zeit stammen die Kataloge und Broschüren, die hier z.T. vorgestellt sind.



Kosmos Astrogeräte (1980)


Katalog Kosmos Astrogeraete (104 S., PDF, 29 MB), Preisliste (PDF, 2 MB)



Dies war einer meiner ersten Kataloge. Sehr umfangreich, mit reichlich Hintergrundinformationen und Fachwissen. Kosmos war damals Vertreter von Lichtenknecker und hatte offenbar einen Großteil dessen Sortiments im Programm. Dieses war für den ernsthaften Amateurastronomen gedacht, für mich als Schüler leider unerschwinglich: Mit meinem Budget hätte ich mir gerade noch den 50mm Refraktor leisten können, aber natürlich wollte ich mehr.



Lichtenknecker (1980-1985)


Optikkatalog (1980, mit Preisliste) und verschiedene Broschüren (zw. 1980 und 1985, mit Preislisten)



Der Selbstbau konnte ein alternativer Weg sein, um Geld zu sparen. Lichtenknecker bot eine Vielzahl von Bauteilen für den engagierten Amateurastronomen und für die Arbeitsgruppen der Volkssternwarten an. Für den Anfänger nicht unbedingt die ideale Option, zumal sich auch hier die Preise schnell zu astronomischen Summen auftürmten. Der schlicht gestaltete Optikkatalog von 1980 (oben links) besaß jedenfalls eine wohl definierte Zielgruppe, wie das Anschreiben "Sehr geehrte Herren, ..." beweist. Die anderen Broschüren stammten aus den nachfolgenden Jahren und lagen damals im Ausstellungsraum des Hamburger Planetariums aus. Sie zeigen oft schon professionelle Optiken, die nur einem gut bemittelten Amateur oder eher noch einer Volkssternwarte zugänglich waren.



Celestron (um 1984)


Katalog Celestron (32 S., PDF, 12 MB, vermutlich von 1984) und deutsche Preisliste Nr. 12 (4.6 MB)



Ein Freund (und glücklicher Besitzer eines C8) brachte mich auf Celestron, und kurzzeitig schielte ich nach dem C5. Jedoch wäre auch dieses Geraet in absehbarer Zeit nicht finanzierbar gewesen (der US-Dollar war damals noch stark). Faszinierend jedoch, wie bunt es in diesem Katalog aus Übersee zuging - ganz anders als im eher trockenen und biederen Kosmos-Katalog. Die legendären "Celestron girls" haben die techniklastigen Themen etwas aufgelockert.



Tasco


Broschüren von Sikora (1979), Tasco (um 1982) und Tasco (1984)



In den Optik-Fachgeschäften unserer Kleinstadt gab es diese Broschüren, wahlweise von Tasco oder Sikora (wobei Sikora ebenfalls die Instrumente von Tasco im Programm hatte). Hier waren für einen Schüler erschwingliche Alternativen aus japanischer Herstellung dabei. Im Sommer 1981 entschied ich mich schließlich für ein Tasco 11 T, ein 4 1/2" f/8 Newton, das mit Zubehör 809 DM kostete. Montierung und Stativ waren zwar etwas wackelig, die Okulare eher grenzwertig und mit Tunnelblick, aber dieses Teleskop öffnete mir neue Welten. Im Laufe der Jahre habe ich es dann noch zunehmend ausgebaut und verbessert.

Folgende Preise habe ich mir damals (1981) noch notiert: Sikora Merkur: 252 DM; Venus: 367 DM; Mars: 505 DM; Luna: 480 DM; Terra: 566 DM; Saturn: 809 DM; Jupiter: 742 DM; Uranus: 1132 DM; Pluto: 1950 DM. Ferner Tasco 39 T: 5525 DM; 15 V: 2550 DM; 16 V: 4675 DM; 36 T: 3995 DM; 38 T: 5100 DM.

Es gibt einiges Interessantes zu diesen Prospekten zu bemerken: Auch hier wurde es offensichtlich von Jahr zu Jahr bunter. Ab 1982 hatte Tasco auch Instrumente von Vixen im Programm, die von höherer Qualität waren. Die Broschüre von 1982 zeigt auf den letzten Seiten (die offenbar hastig integriert und nicht nummeriert wurden) einige Teleskope auf der Vixen Polaris bzw. Sensor Montierung. In der späteren Fassung von 1984 sind die Vixen-basierten Instrumente (mit dem "V" im Namen) dann schon auf der Titelseite. Man beachte die Montierungen 7700 und 7701 - es handelt sich um die Vixen Polaris und Sensor Montierungen. Auf der letzten Seite des Sikora Katalogs findet man übrigens links unten ein kleines 30x60 Tischteleskop - mit solch einem Gerät hatte ich einst angefangen!



Vixen-Katalog Astro-Vesand von 1983


Vixen-Katalog von Astro-Versand (60 S., PDF, 14 MB) von 1983

Dieser Katalog enthält einiges Innovatives. Dazu gehören die ersten Fluorit-Apochromaten und die ersten Montierungen mit Polsucherfernrohr. Die übliche Vixen Polaris Montierung wird hier als "Polaris 2000" bezeichnet, die größere Sensor Montierung (auch Tasco 7701) als "Polaris 3000". Die schwere Saturn Montierung hatte damals noch keinen Polsucher. Die Preisliste scheint verschollen, und allgemein fällt der Mangel an technischen Details zu den Montierungen ins Auge. Ich habe jedoch inzwischen die Anzeigen in der SuW aus dieser Epoche durchsucht und ein wenig dazu gefunden:


Anzeigen aus Sterne und Weltraum, 02.84, 11.84 und 03.85



Damals (1984) baute ich mir eine stabile Säule und kaufte dazu eine Vixen Sensor Montierung. Daher kann ich zertifizieren, dass die Gewichtsangaben zur Sensor (Katalog: 'Polaris 3000', S. 45: 21.5 kg 'Gesamtgewicht'; SuW 03.85: Gewicht Achsenkreuz 17 kg) völlig utopisch waren. Das nackte Achsenkreuz der Vixen Sensor Montierung (ohne Aufsatzplatte und Gegengewichtsstange) wog 8.3 kg, mit Aufsatzplatte 9 kg. (Nachtrag: Das Achsenkreuz der Saturn wog inklusive Gegengewichtsstange 17.7 kg). Die Sensor war eine gute Montierung mit einer fulminanten Schwachstelle: Die Gegengewichtsstange war eine einfache M16 Gewindestange, an der schon ein mittelschweres Gewicht wie ein Pendel in Schwingungen geraten konnte. Ich ersetzte sie mit einer 25 mm Eisenstange, auf die der Schlosser einen 16 mm Gewindeaufsatz fräste, und von nun an war die Montierung bombenfest, von der Tragfähigkeit vergleichbar mit einer heutigen Skywatcher HEQ5 oder Losmandy GM8.


Tasco 11 T auf Vixen Sensor und Eisensäule; die originale Gebrauchsanleitung des 11 T von 1980 (pdf, 3.7 MB)


Das Foto zeigt mein altes Tasco 11 T in seiner letzten Ausbaustufe von 1984, auf der verstärkten Sensor Montierung und dem Säulen-Selbstbau (der 17 kg wog). Auf diesem Unterbau (Sensor + Säule) hatte ich später sogar einen 10" Newton von Astro-Optik Honigsee betrieben. Visuell war dies eine brauchbare Lösung, für ernsthafte Astrofotografie wäre jedoch die schwerere Saturn Montierung angebrachter gewesen.

Kosmos Meade-Katalog von 1984


Kosmos Meade-Katalog von 1984 (52 S., PDF, 17 MB)

Aus dieser Zeit stammt auch mein späterer Kosmos-Katalog. Seit 1980 hat sich einiges getan: Kosmos vertrieb ab 1982 das Meade-Sortiment, wobei die Aufmachung deutlich bunter wurde. Neben dem Herrn mit dem weißen Kittel (Katalogseite 39) taucht auch schon mal eine adrette Dame auf (letzte Seite), was man sich wohl von Celestron abgeschaut hat. Allgemein wurden jetzt auch auf dem europäischen Markt die Instrumente größer und erschwinglicher - ein Trend, der sich in den 1990er Jahren fortsetzen sollte.






Weitere Kataloge, die Leser mir geschickt haben


Ich danke allen Lesern, die mir weitere Kataloge dieser Epoche aus ihren Sammlungen geschickt haben! Damit wird diese Webseite zu einer ergiebigen Fundgrube für Leute, die Informationen zu alten Instrumenten suchen. Auf den Gebrauchtwarenbörsen werden immer wieder schöne und leistungsfähige Instrumente gehandelt, zu denen kaum noch verlässliche Informationen zu finden sind, weil es ja zu diesen Zeiten noch kein Internet gab!

Wer selber alte Kataloge besitzt, die hier noch nicht aufgeführt sind, darf sich gern mit mir in Verbindung setzen (merlitz(at)posteo.de). Ich nehme gern fertig eingescannte Kataloge/Preislisten/Anleitungen entgegen, nach Absprache gelegentlich auch die originalen Kataloge, die ich dann selber einscanne und zurückschicke.



Kosmos Meade-Katalog von 1988 und 1989


Kosmos Meade-Katalog von 1988 (52 S., 22 MB) und 1989 (16 S., 6 MB) mit Preisliste

Der Katalog von 1988 ähnelt noch weitgehend der 1984er Version, wobei es einige Neuheiten gibt: Die neuen LX5 Modelle mit verbesserter, schnellerer Motorisierung sind vorgestellt. Auch werden jetzt die Okulare - im Fahrwasser der innovativen Ideen Al Naglers - endlich anspruchsvoller, mit neuen Weitwinkelmodellen von bis zu 84 Grad subjektiven Sehwinkeln. Es gibt neben den Newton-Spiegelteleskopen des 1984er Katalogs auch andere Varianten (Modell 6600, 8800) auf interessanten deutschen Montierungen mit Polsuchern, sowie Schmidt-Newton Teleskope (MTS-SN6, MTS-SN8) auf Gabelmontierungen. Dann tauchen auch noch die DS-10 und DS-16 'deep space' Newton-Teleskope mit 10" und 16" Öffnung auf. Insgesamt umfasst das Meade-Angebot dieser Zeit ein schwer überschaubares Sammelsurium von Instrumenten augenscheinlich unterschiedlicher Herkunft.

Der Katalog von 1989 ist dagegen deutlich gekürzt und wirkt aufgeräumter. Ein Trend in Richtung Computerisierung setzt sich fort: Digitale Teilkreise und (noch) manuelles 'Goto' mit digitaler Datenbank interessanter Himmelsobjekte. Interessant die LX6 Modelle - SCTs mit schnelleren Öffnungsverhältnissen für die Fotografie (anstelle der sonst üblichen Kompressoren). 3200 DM für ein 8" SCT (komplett), 2400 DM für ein 6" Schmidt-Newton - nicht eben billig, aber auch nicht unbedingt unerschwinglich, und die Konstruktionen sahen leidlich solide aus. Die grossen Newton-Teleskope, die der Katalog von 1988 noch enthielt, fehlen hier (in der Preisliste sind sie noch dabei, inklusive der Einzelspiegel).

Meade 1992


Meade 1992

Der Meade-Katalog von 1992 ("20 Jahre Meade") bietet jetzt interessante Variationen für die Montage der SC-Tuben: Die Standardgabel, dann eine massivere Gabelmontierung, sowie die Wahl einer deutschen Montierung, der LXD 600. Letzteres war auch bei Celestron zu einer Mode geworden, wo man etwa das C8 mit einer Vixen Super Polaris kombinieren konnte. Die Computertechnik ist seit 1989 weiter fortgeschritten mit inzwischen voll computerisierten Antriebssystemen. Teleskope vom Typ Newton sind nicht mehr im Programm, dafür jedoch neue ED-Refraktoren - zweilinsige (KF3/FK01) Objektive mit bis zu 7 Zoll Durchmesser! Da das Öffnungsverhältnis mit f/9 nicht unvernünftig schnell ausfällt, dürften diese Refraktoren trotz der begleitenden blumigen Worte recht ordentlich abgebildet haben. Auch in diesem Katalog fällt - wie schon 1989 - die deutlich verbesserte Auswahl an hochwertigen Okularen auf; das UWA zeigte sicher nicht zufällig gewisse Ähnlichkeiten mit den Top-Modellen von Tele Vue.

Vixen 1987 und 1992 (mit Preislisten) SP-Anleitung


Vixen 1987 und 1992 (mit Preislisten), SP-Anleitung

Der Vixen-Katalog von 1987 zeigt einige Veränderungen seit 1983: Die Superpolaris (SP) Montierung ist inzwischen zum Arbeitspferd der Angebotsreihe geworden. Es gibt sie jetzt auch in der verstärkten 'deluxe' 'SP-DX'-Version (nur in der Preisliste aufgeführt). Die Saturnmontierung hat inzwischen ein Polsucherfernrohr spendiert bekommen. Die Sensormontierung ist nicht mehr in der Preisliste - zwischen der Super Polaris DX und der Saturnmontierung blieb vielleicht kein Platz mehr für eine weitere Abstufung. Was die Teleskopauswahl angeht, fällt die Abwesenheit schwererer Kaliber auf.

Der Katalog von 1992 war der letzte, in dem noch die SP Montierung auftauchte (sie wurde anschließend durch die GP Montierung ersetzt). Auf Seite 15 werden löblicherweise die Montierungen einmal separat vorgestellt, wobei die Gewichtsangaben der Achsenkreuze noch immer nicht stimmen: Die SP wog tatsächlich 3.9 kg und die SP-DX genau 7kg. Die Polarismontierung war mit Sicherheit noch leichter als die SP, aber ich habe sie, noch nicht selber nachwiegen können. Die Saturn hingegen brachte 17.7 kg auf die Waage (inklusive Gegengewichtsstange). In der Preisliste taucht bereits die sehr schwere Atlux-Montierung auf, mit 8500 DM kein Schnäppchen. Hier wird die Atlux auch in Kombination mit mittelgroßen Refraktoren (130mm und 150mm Objektivdurchmesser) angeboten, zu denen der Katalog allerdings keine Stellung nimmt. Auch kostet die Saturn Montierung inzwischen schon 3480 DM - glatte tausend Mark mehr als noch 1987. 1984 war die Saturn sogar noch für 1750 DM zu haben, damals allerdings noch ohne Polsucher.

Die Anleitung zur SP und SP-DX enthält reichlich Informationen zum Betrieb der Superpolaris Montierung, aber auch zur Justage und Pflege der Teleskope.



Celestron 1990



Celestron Katalog von 1990 mit Preisliste, C8 auf SP-DX Montierung

Dieser Katalog tritt plötzlich seriöser und technischer auf als die amerikanische Version von 1983: Keine Spur mehr von den "Celestron-girls", stattdessen ein Statement des Präsidenten Alan R. Hale, nicht die billigsten, sondern die besten Teleskope bauen zu wollen. Celestron litt seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zunehmend unter dem Ruf eines schlechten Qualitätsmanagements, sicher auch im Zuge des Kostendrucks von Seiten der immer professioneller auftretenden asiatischen Konkurrenz. Auch hier ist mit dem Compustar eine fortgeschrittene Computerisierung zu finden, insbesondere aber die Heirat der klassischen SCT-Tuben mit Montierungen von Vixen. Das C8 wird sowohl mit der SP-Montierung verkauft als auch - die stabilere Variante - mit der SP-DX. Das C11 wird u.a. auf die Atlux gesetzt (nur in der Preisliste aufgeführt). Ein computerisiertes C14 auf einer verstärkten Gabelmontierung wird - wohl befeuert von einem starken Dollar - für schlappe 37500 DM angeboten, was für kaum einen Amateur zu stemmen war. Hierin lag wohl auch ein Grund dafür, dass Celestron bald darauf die Produktion einstellen musste und schließlich von Synta übernommen wurde.

Heute ist ein altes C8 auf einer SP-DX Montierung für unter 1000 Euro zu haben. Das zusammen mit der SP-DX ausgelieferte Holzstativ war stabil und dennoch recht leicht. Zur Kompatibilität ist zu beachten: Während die Vixen SP, GP und GP-DX identische Stativadapter verwendeten, benötigte die SP-DX eine dazu inkompatible Aufnahme, die wiederum identisch war mit der einer Vixen Sensor Montierung: Der Anschluss hatte unten einen Zapfen der Länge 27mm mit einem Durchmesser von 26mm und ein M12 Innengewinde zur Befestigung am Stativ/Säule. Daher konnte auch die Sensor auf das Stativ der SP-DX gesetzt werden.



Pentax 1984, 1985/6 und ca. 1995(?)


Pentax von 1984, 1985/6 und Mitte-bis-Ende der 1990er Jahre

Ein Leser schickte mir diese hoch interessanten Pentax-Kataloge. Ich gestehe, dass ich damals die Firma Pentax als Hersteller hochwertiger Refraktoren gar nicht auf meinem Radarschirm hatte (war eher an Spiegeln interessiert).

Der erste Katalog bietet drei 'ED Apochromaten' - präziser gesagt handelt es sich um Zweilinser, die offenbar mit einem ED Sonderglas aufgewertet worden sind. Sie sind auch von gewöhnlichen Öffnungsverhältnissen und eher nach den Bedürfnissen der visuellen Beobachter ausgerichtet. Im etwas später erschienenen Katalog um 1985/1986 taucht mit dem 75 ED HF ein erster dreilinsiger Apo auf, der mit 500mm Brennweite wohl für den Astrofotografen gedacht war. Ein Jahrzehnt später ist die inzwischen berühmte SDHF-Reihe von Pentax zu vollem Glanz aufgeblüht, mit mehreren schnellen Apochromaten, inklusive eines vierlinsigen 100mm f/4 Apos. Die Montierungen der MS-Reihe waren nicht weniger beeindruckend - schade, dass Pentax seine Teleskopfertigung wieder einstellen musste. Vermutlich waren die Erträge aus dieser hochwertigen und schwindelerregend teuren Modellreihe so gering, dass eine sich im Globalisierungswettbewerb befindliche Weltfirma diesem 'Luxus' (im Sinne der Investoren) abzuschwören hatte.

Astro-Physics

Für Astro-Physics gibt es eine eigene Seite mit vielen Katalogen

Anfang der 1980er Jahre zunächst von nur wenigen Insidern beachtet, mauserte sich das Familienunternehmen um Gründer Roland Christen bald zu einem ernstzunehmenden Hersteller hochwertiger Apochromaten und Montierungen. Kompakte und dennoch farbreine Refraktoren wurden damals von Zeiss und Takahashi zu exorbitanten Preisen vertrieben. Dagegen gelang es Astro-Physics, konkurrenzfähige APOs für deutlich weniger Geld zu fertigen und dadurch die Apochromaten einem erweiterten Kreis von Amateurastronomen zugänglich zu machen. Man setzte dabei primär auf ölgefügte Objektive, die neben ihrem verringerten Fertigungs- und Justageaufwand noch den Vorteil hatten, weniger anfällig für die thermisch bedingten Aberrationen in der Auskühlphase zu sein. Da man nie dazu überging, Teleskope in Masse zu produzieren und Roland Christen noch immer jedes Objektiv persönlich retuschiert, bleiben die Stückzahlen bis heute überschaubar, und die Wartezeiten für einen Astro-Physics Refraktor liegen nun zwischen einigen Jahren und einem Jahrzehnt. Inzwischen sind es daher in erster Linie die Montierungen, mit denen die Firma ihr Geschäft betreibt.




Last modified: April 2021

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